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Schmerzen bei Kindern

Kinder mögen zwar Indianer, haben aber im Gegensatz zu diesen durchaus Schmerzen - manchmal leider auch sehr starke. Doch keine Angst: Auch Kinder müssen nicht leiden!

Auch bei Kindern können schwerste Schmerzen auftreten. Sie quälen 80 Prozent der Kinder am Ende ihres Lebens und sind von der Familie schwer zu ertragen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sondern unterscheiden sich in vielen Punkten - nicht nur durch ihr Gewicht und ihre Körpergröße.

Werden ihre entwicklungsbedingten Besonderheiten berücksichtigt, können und müssen junge Menschen allerdings ebenso konsequent und rasch behandelt werden wie ältere. Nach den Erkenntnissen der Schmerzforscher sind nämlich unbehandelte Schmerzen im Kindes- oder Jugendalter gefährlich: Sie begünstigen später das Auftreten von chronischen Schmerzkrankheiten.

Schmerztherapie ohne Altersgrenze

Schmerzen kennen keine Altersgrenze nach unten. Der Glaube, dass Föten und Neugeborene keine Schmerzen empfinden, wurde längst widerlegt. Im Gegenteil: In frühen Entwicklungsstufen ist gerade die körpereigene Schmerzhemmung oft noch nicht ausreichend entwickelt, während Schmerzen bereits wahrgenommen werden. Schon Eingriffe im Mutterleib erfordern daher nach den Erkenntnissen der modernen Schmerzforschung eine Narkose oder örtliche Betäubung beim Föten. Auch Kleinkinder leiden an Schmerzen. Sobald die Schmerzursache bekannt ist, sollte sie möglichst frühzeitig gelindert werden.

Schmerz messen und behandeln

Das Arsenal der modernen Schmerzbekämpfung kann und sollte bei Kindern und Jugendlichen ebenso frühzeitig und konsequent zum Einsatz kommen wie bei Erwachsenen. Dazu zählen auch die stark wirksamen Opioide. Damit die richtigen Schmerzmittel in der richtigen Menge gegeben werden, müssen Ärzte die Schmerzen beurteilen können. Für Kinder wurden daher Beurteilungsverfahren entwickelt, bei denen z. B. mit Hilfe von Smileys auch Kleinkinder angeben können, wie stark ihre Schmerzen sind. Bei Neugeborenen und Kleinkindern, die noch nicht sprechen können, lässt sich Schmerz anhand von Grimassen, Schreien und Unruhe erkennen.

Starke Schmerzen erfordern Opioide

Schon im Kindesalter treten starke und stärkste Schmerzen auf, die den Einsatz von Opioiden erforderlich machen. Die WHO hat ein bewährtes Stufenschema zur Therapie von Schmerzen entwickelt. Diese Stufenleiter hat auch bei Kindern ihre Gültigkeit. Sprechen Schmerzen nicht ausreichend auf Medikamente der Stufe 1 ("Rheumamittel") an, sollten Medikamente der Stufe 2 zum Einsatz kommen, also Opioide gegen mittelschwere und stärkere Schmerzen.

Einige Regeln:

  • Zu bevorzugen ist die Einnahme der Schmerzmittel über den Mund und nach festen Uhrzeiten.
  • Vorteilhaft sind Medikamente, die sich individuell dosieren lassen, d. h. Tropfen oder Tabletten.
  • Auch große Mengen von Opioiden werden - im Gegensatz zu vielen "Rheumamitteln" - von Kindern gut vertragen, daher richtet sich die Dosierung in erster Linie nach der Stärke der Schmerzen.

Für viele der neueren Opioide fehlt die Erfahrung bei der Schmerzbehandlung von Kindern. Nur sehr wenige Substanzen haben tatsächlich in Studien bewiesen, dass sie bei Kindern gut wirken und vertragen werden. Und nur sehr wenige dieser Schmerzmedikamente sind für die Behandlung von Kleinkindern in Deutschland zugelassen.

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