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Recht auf Schmerzfreiheit - Palliativmedizin

Schmerzen müssen nicht sein! Selbst in der letzten Lebensphase kann die Palliativmedizin Beschwerden wirkungsvoll lindern.

Sicher haben Sie schon selbst darüber nachgedacht was passiert, wenn sich das Leben dem Ende zuneigt: Werden Schmerzen auftreten? Werden Sie zu Hause sein, in einem Seniorenheim, im Krankenhaus? Wer wird Sie begleiten? Gerade in unserer modernen, oft anonymen Zeit, in der vor allem ältere Menschen nicht mehr im Verbund mit ihrer Familie leben, drängen sich solche Fragen auf.

Tatsächlich treten Schmerzen und andere Beschwerden häufig auf, wenn Menschen an einer schweren, nicht heilbaren Krankheit leiden. Das macht vielen Angst. Dabei kann die Medizin heutzutage Schmerzen wirkungsvoll lindern und die Lebensqualität betroffener Menschen erhalten oder verbessern. Dies ist die Aufgabe der so genannten Palliativmedizin, in deren Mittelpunkt der menschliche Umgang mit Krankheit und Tod steht.

Was ist die Palliativmedizin?

Nach der Definition der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP ) ist die Palliativmedizin die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Hauptziel der Begleitung des Patienten ist die Erhaltung und Steigerung der Lebensqualität.

Vordringliche Aufgabe der Palliativmedizin ist es, körperliche Beschwerden zu lindern und den Erkrankten psychisch zu unterstützen. Bei den körperlichen Beschwerden geht es nicht nur um die Linderung von Schmerzen: Palliativmedizin kann in den meisten Fällen auch andere Beschwerden wie beispielsweise Atemnot, Übelkeit und Erbrechen wirksam lindern. Palliativmedizin erhält so die Würde des Menschen in seiner letzten Lebensphase. Werden Schwerstkranke in ihrem letzten Lebensabschnitt gut versorgt, tritt für viele die Angst vor dem Tod in den Hintergrund.

Nicht nur bei Krebs: Schmerzen müssen nicht sein!

Der Medizin steht heute eine Reihe wirksamer Waffen zur Bekämpfung selbst stärkster Schmerzen zur Verfügung. Zu diesen Waffen zählen Schmerzmittel, die, abgestimmt auf jede Form des Schmerzes, ganz nach den Bedürfnissen und Wünschen des jeweiligen Betroffenen, verabreicht werden können. Oft werden bei mittelstarken bis starken Schmerzen so genannte Opioide eingesetzt, die es mit ermöglichen, die letzten Tage und Wochen noch lebenswert zu gestalten. Besonders geeignet sind Opioide, die in Tablettenform regelmäßig eingenommen werden und die über einen längeren Zeitraum wirken.

Die Angst vor Schmerzen spielt vor allem bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle. Bei 40 bis 80 % der Betroffenen treten im Verlauf einer Tumorerkrankung tatsächlich Schmerzen auf. Die Häufigkeit der auftretenden Schmerzen hängt dabei von der Art der Tumorerkrankung und deren Ausbreitung, z. B. durch Tochtergeschwülste (Metastasen), ab. Meist sind es ältere Menschen, die an einer Krebserkrankung leiden. Doch nicht nur Krebs kann Schmerzen verursachen. Viele andere Gesundheitsprobleme, wie Gelenkerkrankungen, Osteoporose oder Nervenschmerzen, sind mit zum Teil anhaltenden Schmerzen verbunden. Die Grundsätze der „lindernden Medizin" können auch auf Patienten übertragen werden, die nicht an letztlich zum Tode führenden Erkrankungen leiden.

Hospize - Sterben in Würde

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit stehen sterbende Menschen und deren Angehörige mit ihren Bedürfnissen und Rechten. Neben einer guten Schmerzbehandlung zielt sie auf eine lindernde Pflege und Zuwendung ab. Schwerpunkte sind dabei die Unterstützung der Sterbenden und ihrer Angehörigen bei der Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod und bei der Bewältigung unerledigter Probleme. In der Hospizarbeit wird die Palliativmedizin praktisch umgesetzt.

Vorrangig möchte es die Hospizbewegung ermöglichen, dass Menschen zu Hause sterben. An diesem Ziel arbeiten vor allem speziell geschulte ehrenamtliche Hospizhelferinnen und -helfer. Zusätzlich gibt es stationäre Hospize, wenn eine Versorgung des Sterbenskranken zu Hause nicht zu leisten ist.


Quellen:

Deutsche Krebshilfe e.V.  (Hrsg. )
Krebsschmerzen wirksam bekämpfen. Die blauen Ratgeber 28, 2000.
Klinkhammer G. Lebensqualität für Schwerstkranke.Dt. Ärzteblatt 2004; 101: A 2501-2502.
Hospiz- und Palliativführer. MediMedia, Neu-Isenburg, 2002.