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Nebenwirkung Verstopfung

Eine Verstopfung ist die häufigste und lästigste Begleiterscheinung bei einer Behandlung mit starken Schmerzmitteln. Doch gegen die Verstopfung gibt es wirksame Mittel und Wege. Wichtig ist zum Beispiel die Wahl des geeigneten Schmerzmittels.


Verstopfung als häufigste und hartnäckigste Nebenwirkung

Zu den wichtigsten medizinischen Waffen gegen starke Schmerzen gehören die Opioide. Leider ist ihre gute schmerzlindernde Wirkung häufig mit unerwünschten Magen-Darm-Beschwerden verbunden. Einige dieser unerwünschten Wirkungen treten nur vorübergehend am Anfang der Therapie auf – zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen und nach einigen Tagen sind die Beschwerden vorüber.

Leider ist dies bei der Verstopfung nicht der Fall. Die Verstopfung ist die häufigste und hartnäckigste Nebenwirkung der Therapie mit Opioiden. In der Regel bleibt eine Verstopfung während der gesamten Behandlung erhalten und kann sogar eher noch zu als abnehmen.


Eine starke Belastung

Die Verstopfung ist die Nebenwirkung einer Behandlung mit Opioiden, welche die Schmerzpatienten in der Regel am stärksten belastet und beeinträchtigt. Eine Verstopfung kann das tägliche Leben und die Lebensqualität enorm einschränken. Das kann in manchen Fällen sogar so weit gehen, dass Betroffene ihre Schmerzmedikamente absetzen und versuchen, die Schmerzen zu ertragen.

Um das Leben von Schmerzpatienten zu erleichtern, ist es deshalb von Anfang an nötig, neben einer guten Schmerzbehandlung auch eine Verstopfung zu verhindern oder zu behandeln.


Mit dem Arzt über die Verstopfung sprechen

Wann man genau von einer Verstopfung spricht, wird unterschiedlich definiert. Jeder empfindet eine Verstopfung anders. Wie häufig eine Person Stuhlgang hat, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich. Von einer Verstopfung spricht man im Allgemeinen, wenn eine Person weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat. Die Beschaffenheit des Stuhls ist meist knollig und hart. Die Stuhl-Entleerung ist oft schwierig und zum Beispiel mit heftigem Pressen verbunden. Manche Betroffenen haben das Gefühl, dass ihr Enddarm auch nach dem Stuhlgang nicht vollständig geleert ist.

Um eine Schmerzbehandlung so erfolgreich wie möglich durchzuführen, ist es von Anfang an nötig, gleichzeitig auch belastende Begleiterscheinungen wie die Verstopfung zu behandeln. Wenn Sie gegen Ihre Schmerzen Opioide einnehmen und Probleme mit einer Verstopfung haben, sollten Sie sich deshalb nicht scheuen, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Auch wenn Sie schon etwas gegen Ihre Verstopfung bekommen, aber die Behandlung nicht ausreichend wirkt, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden. Es gibt wirksame Mittel und Wege, eine Verstopfung zu beheben.


Wie kommt es zur Verstopfung, wenn man Opioide einnimmt?

Die Ursache einer Verstopfung liegt darin, dass sich Opioide an spezielle Andockstellen im Darm und zentralen Nervensystem binden. Dies führt dazu, dass die glatte Muskulatur im Dünn- und Dickdarm erschlafft, die eigentlich dafür verantwortlich ist, den Stuhl im Darm weiter zu transportieren. Der Kot bleibt dadurch länger als normal im Darm, es wird ihm mehr Wasser entzogen als üblich und er wird stärker eingedickt, hart und knollig. Außerdem bewirken die Opioide, dass die Schließmuskeln im Darm unter einer höheren Spannung stehen. Der Reflex, der normalerweise den Stuhlgang einleitet, wird langsamer und seltener ausgelöst. Der Stuhlgang wird dadurch schwieriger und ist oft mit heftigem Pressen verbunden.


Keine Toleranzentwicklung

Im Gegensatz zu anderen Nebenwirkungen von Opioiden wie Übelkeit und Erbrechen gewöhnt sich der Körper nicht an die Verstopfung. Die Verstopfung ist bei fast allen Opioiden mehr oder weniger stark ausgeprägt. Deshalb müssen in der Regel während der gesamten Dauer der Opioid-Therapie abführende Maßnahmen durchgeführt werden. Auch durch die Kombination des Opioids mit einem chemischen Gegenspieler kann das Ausmaß einer Verstopfung verringert werden.


Was tun bei Verstopfung?

Zur Behandlung der Verstopfung können verschiedene Abführmittel eingesetzt werden, die auch mit Einläufen und Zäpfchen kombiniert werden können. Es stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung. Ein Abführmittel sollte auf jeden Fall erst nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Er kann Ihnen auch in der Regel ein geeignetes Medikament empfehlen.

Daneben kann man durch ein paar grundsätzliche Verhaltensregeln die Behandlung unterstützen. Man sollte auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten, viel trinken und sich regelmäßig bewegen.


Quellen:

  1. Clemens KE, Klaschik E. Übelkeit, Erbrechen und Obstipation in der palliativen Situation. Deutsches Ärzteblatt 2007; 104:A269-277
  2. Lasek R, Müller-Oerlinghausen B, Berthold HK, Ludwig WD. Tumorschmerzen. In: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Arzneiverordnungen in der Praxis, 2007.
  3. Müller-Schwefe G. Opioide differenziert einsetzen: Praktische Therapie mit Opioiden. Zeitschrift für angewandte Schmerztherapie 2001; 3.