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Chemie & Co. - Morphin

Endlich war es so weit! Seit der Entdeckung und Synthese des Morphins stehen dem Arzt chemisch reine, klar definierte Substanzen zur Bekämpfung starker Schmerzen zur Verfügung.


Zeichnung: Portrait von Friedrich Wilhelm Sertüner

F.W. Sertürner entdeckt das Morphin

Der Apotheker Friedrich Wilhelm Sertüner (1783-1841) isolierte 1803/1804 in Paderborn das Morphin, das im Opium enthalten ist. Die starken Schmerzmittel haben also eine natürliche pflanzliche Quelle. Sertürner nannte die Substanz nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume.



Zeichnung: Chemische Formel von Morphin

Endlich! Schmerz ade!

Mit Morphin ließen sich erstmals selbst stärkste Schmerzen wirkungsvoll und rasch bekämpfen. Heute noch gilt Morphin als Referenzsubstanz der Schmerztherapie. Erst 1952 gelang es, Morphin im Reagenzglas synthetisch herzustellen.



Foto: Spritze mit Etui und Nadel

Schnelle Wirkung garantiert

Verbreitung fand Morphin durch die Verwendung der Injektionsspritze in der Medizin seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Injiziert gelangt Morphin direkt in den Körper, wo es sofort seine schmerzlindernde Wirkung entfaltet.



Abbildung: Zeichnung von Paul Gauguin lang franz, auf der zwei sitzende Frauen zu sehen sind

Morphium wird schick

Morphin war wegen seiner berauschenden und betäubenden Wirkung bald auch in schicken Kreisen beliebt. So gab es in Pariser Salons Ende des 19. Jahrhunderts regelrechte Injektionskränzchen. Doch der unkontrollierte Morphin-Gebrauch mündete nicht selten in Abhängigkeit. Bekannte Morphinisten waren u. a. Paul Gauguin, Baudelaire, Novalis, Hans Fallada und Gottfried Benn.



Oben: [Foto: Zwei Hände, die eine Nadel auf eine Spritze setzen]; Unten: [Foto: Ein Mann, der sich eine Spritze indie Bauchhaut gibt]

Kriege - Schmerzen – Morphin

Kriege verhelfen Morphin zum Durchbruch bei der Behandlung starker Schmerzen. Wer als Verwundeter allerdings die Feldlazarette überlebt, hat nicht selten derart hohe Dosen Morphin gegen seine Schmerzen verabreicht bekommen, dass ihn die Sucht nach dieser Substanz für den Rest seines Lebens begleiten wird.