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Schmerzmittel richtig einnehmen

Wenn bei der Schmerzbehandlung und der Einnahme von Schmerzmitteln einige Grundregeln beherzigt werden, lässt sich der Schmerz noch besser in Schach halten.

Wichtig: Regelmäßig nach der Uhr - lang wirksame Medikamente

Schmerzen müssen konsequent bekämpft werden: Bevor die Wirkung eines Schmerzmittels nachlässt, muss bereits die nächste Tablette eingenommen werden. Bei chronischen Schmerzen sollten daher auch bevorzugt lang wirksame, so genannte retardierte Schmerzmittel zum Einsatz kommen - am besten immer zu festgelegten Uhrzeiten, rund um die Uhr!

Nehmen Sie Tabletten nicht erst dann ein, wenn Sie bereits wieder Schmerzen spüren! Denn so "erlernt" Ihr Nervensystem die Schmerzen und reagiert immer stärker darauf. Um die gleiche Wirkung zu erzielen, ist unter dem Strich mehr Schmerzmittel erforderlich als bei der Einnahme nach der Uhr. Damit steigt die Gefahr von Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten.

Besser: Medikamente schlucken

Zu bevorzugen ist der einfachste Weg der Einnahme, sprich die Aufnahme durch den Mund. Geeignete lang wirksame Schmerzmittel müssen ein- bis zweimal täglich eingenommen werden. Sie liegen in verschiedenen Wirkstärken vor, so dass jeder Schmerzkranke die genau für ihn passende Menge Schmerzmittel erhält. Die Einnahme von Tropfen eignet sich zu Beginn der Behandlung besonders gut, da sich mit ihnen fast stufenlos die richtige Dosis ermitteln lässt.

Sind Schmerzpflaster sinnvoll?

Wenn Patienten z.B. Medikamente nicht schlucken können, sind Schmerzpflaster sinnvoll. Das Pflaster erlaubt allerdings nur sehr große Dosissprünge. Zudem kann sich die Aufnahme der Wirksubstanz bei Schwitzen oder Fieber erheblich verändern, sodass Über- oder Unterdosierungen auftreten können. Ein einziges Schmerzpflaster reicht für mehrere Tage.

Schmerztagebuch - so unterstützen Sie Ihren Arzt

Ihr Arzt benötigt eine gewissen Zeit, bis er die für Sie richtige Menge an Schmerzmittel herausgefunden hat. Sie erleichtern ihm die Einstellung, wenn Sie ein Tagebuch über Ihre Schmerzen führen. Nur mit Hilfe dieses Tagebuchs kann Ihr Arzt beurteilen, wann, wo und wie lange Sie Schmerzen haben. Vielleicht stellen Sie dann z. B. fest, dass Ihre Schmerzen nur dann auftreten, wenn Sie sich bewegen, Sie jedoch nachts gut schlafen. Die Konsequenz: Sie benötigen mitunter nachts keine Schmerzmittel. Dagegen brauchen Sie evtl. mehr Schmerzmittel für die Krankengymnastik oder den Sport.

Stimmungsaufheller als Schmerzmittel

Patienten mit Krebsschmerzen, die gerade nachts durch quälende Schmerzattacken gepeinigt werden, benötigen sogar mehr Schmerzmittel zur Nacht, mitunter in Kombination mit einem Stimmungsaufheller. Schmerzexperten setzen solche Antidepressiva gerne zusammen mit anderen Schmerzmitteln ein, da sie neben ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung den Schlaf fördern und zugleich selbst direkt Schmerzen zu lindern vermögen.

Mit schnell wirksamen Tropfen gegen Schmerzspitzen

Dank der retardierten Opioide sind schnell wirksame Opioide nur bei krisenhaften Schmerzspitzen zusätzlich einzunehmen. Sie bieten den Vorteil, dass sie schneller wirken, allerdings lässt die Schmerzlinderung in wenigen Stunden bereits wieder nach. Schnell wirksame Präparate lindern Akutschmerzen rasch, ohne dass die Grundeinstellung mit einem Retardpräparat verändert werden muss. Treten diese Schmerzspitzen regelmäßig auf, sollte allerdings das Dauermedikament dem erhöhten Bedarf angepasst werden.

Oft ist es sinnvoll, den gleichen Wirkstoff wie bei der Dauermedikation einzusetzen, da sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat und meist ohne Nebenwirkungen verträgt. Von der Einnahme schnell wirksamer Opioide über einen längeren Zeitraum ist nicht zuletzt wegen der erhöhten Suchtgefahr abzuraten.

Keine Suchtgefahr bei Einnahme lang wirksamer Opioide

Mit manchen Opioiden, die z. B. von Drogenabhängigen in die Blutbahn gespritzt werden, lassen sich rasch hohe Wirkspiegel im Blut erzielen. So kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Dagegen besteht bei retardierten Substanzen, die über den Mund verabreicht werden, diese Gefahr nicht mehr. Der Wirkstoff wird verzögert freigesetzt, seine Konzentration im Blut nimmt nur langsam zu. Ängste vor psychischer Abhängigkeit sind daher unbegründet, wenn die Präparate nach den ärztlichen Empfehlungen eingenommen werden.

Was tun, wenn die Schmerzen zunehmen?

Nehmen die Schmerzen zu, kann die Dosis des lang wirksamen Opioids erhöht werden oder auf stärker wirksame Präparate gewechselt werden. Genügt auch das nicht, können über eine Pumpe und einen dünnen Katheter, der in das Gehirn-Rückenmarkswasser mündet, kontinuierlich hohe Konzentrationen des Opioids in das zentrale Nervensystem eingebracht werden.

Weitere Informationen zur Entstehung und Behandlung von Schmerzen finden Sie in unserem umfassenden Informationsdienst www.schmerz-tipps.de.